Christiane Koum Kingue


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bild Die Bildthemen entstehen in einer Zeit zwischen Schlafen und Wachen, einer Zeit, die von der Realität abgehoben ist, also einer "Surrealität".
Die Bilder entstehen plötzlich vor dem geistigen Auge, Auslöser können bestimmte Worte sein wie z. B. bei dem Bild "Nichtzeitort" oder eine bestimmte Musik.
Manche Ideen entstehen auch durch Anregungen der Kinder, mit denen ich zusammen arbeite: Ausspruch eines Kindes: "Ich trage einen langen Mantel und in diesem Mantel kann man die ganze Welt sehen."
Auf diese Weise entstand z. B. das Bild "Kopfgeburten".
Als Gedächtnisstütze fertige ich zunächst Feder- und Aquarellskizzen an, danach entsteht das Bild in Öl.
Das Skizzieren des vor dem geistigen Auge Gesehenen und die Vorzeichnung für das Ölbild sind eigentlich die aufregendsten Momente bei der Entstehung des Bildes. Sie erfordern sehr viel Ruhe und Konzentration.
Diese Arbeit kann ich nur nachts verrichten, wo ich sicher bin, nicht gestört zu werden.
Viele Maler benötigen Tageslicht, um überhaupt malen zu können, da meine Bilder Kopfgeburten sind und ich nicht nach der Natur male, dieses auch nicht will, weil ich mir nicht anmaße diese verbessern oder kopieren zu können, bevorzuge ich das Licht der Nacht.
Ein zentrales Thema meiner Arbeiten ist die Königin der Nacht, nicht zu verwechseln mit der Gestalt in Mozarts Zauberflöte, eine alte matriarchalische Göttin, die in unterschiedlichen Erscheinungsformen auftritt: als junge Frau, als Mutter, als alte weise Frau oder als Todesbotin, als Herrscherin über die vier Elemente und über Leben und Tod.
Die Frauengestalten in den Bildern sind alle eine Erscheinungsform der alten Königin. Sie zeigen keine Portraits sondern eine stilisierte Darstellungsform der Frau an sich.
Es geht um die Darstellung eines alten matriarchalischen Prinzips, um das Wesen dieser Gestalt zu begreifen, werde ich sie immer wieder neu malen und mich mit ihr beschäftigen müssen, sicherlich genauso anmaßend, wie nach der Natur malen zu wollen und wahrscheinlich eine Lebensaufgabe.
Andere Bildinhalte hängen eng mit dem Thema "Königin der Nacht" zusammen, wie z.B. "Die Ankunft des Sommerkönigs" und "Das Opfer".
In matriarchalischen Zeiten suchte sich die Königin einen Gefährten für ein Jahr, dieser regierte dann als Sommerkönig, der nach Ablauf des Jahres symbolisch geopfert wurde um eine gute Ernte zu gewährleisten.
Bei der "Naga" handelt es sich um eine alte indische Schlangengottheit, die manchmal in menschlicher Gestalt zur Erde zurückkehrt und um die sich die unterschiedlichsten Legenden spinnen.
So erzählt jedes Bild seine eigene Geschichte und der Betrachter, der richtig damit umzugehen weiß, wird ein Tor zu einer Zwischenwelt finden, die fremd ist, ihm aber vielleicht schon ein bißchen bekannt vorkommt.